Was ist Gebärdensprache

Gebärdensprachen sind visuelle Sprachen

Sie besitzen eine eigene Grammatik und ein spezifisches Lexikon (eigener Wortschatz). Sie benutzen den Körper als Sprachinstrument und sind NICHT universell. Im Gegensatz zu Lautsprachen, die vorrangig den auditiven Kanal zur Kommunikation nutzen, können Gebärdensprachen bis zu fünf verschiedene Kanäle nutzen: die Hände, die Mimik, den Oberkörper, den Blick und die Haltung des Kopfes. Daher spricht man auch vom linear-zeitlichen Aufbau der Lautsprachen und simultan-räumlichen Aufbau der Gebärdensprachen.

Deutsche Gebärdensprache – eine vollständige Sprache

Deutsche Gebärdensprache (DGS) ist also, genau wie das gesprochene Deutsch, eine vollständige Sprache und kann auch abstrakte Sachverhalte problemlos ausdrücken. Die Gebärden visualisieren demnach nicht nur gesprochene deutsche Wörter oder sind besonders gute Pantomime, sondern haben eine eigenständige Grammatik. Innerhalb der Gebärdensprache eines Landes gibt es regionale Unterschiede im Sprachgebrauch (Dialekte), so auch in Deutschland.

Deutsche Gebärdensprache – Muttersprache der Tauben

DGS ist eine Minderheitensprache: Die häufigsten Nutzer der Gebärdensprache sind vor allem taube Menschen, deren Muttersprache Gebärdensprache ist. Außerdem hochgradig schwerhörige Menschen, spätertaubte Menschen (nach dem Spracherwerb ertaubte Menschen), hörende Kinder mit tauben Eltern (CODA – Children of Deaf Adults) und hörende Menschen, die DGS gelernt haben. Sie alle bilden die Gebärdensprachgemeinschaft mit ihrer lebendigen Kultur.